Die Cinque Terre – Wandern, Wein und wundervolle Ausblicke

Die Cinque Terre (‚fünf Ortschaften‘) sind fünf Dörfer an der italienischen Riviera, die durch wundervolle Wanderwege, aber auch eine praktische Bahnstrecke miteinander verbunden sind. Auf kleinstem Raum vereinen die ligurischen Cinque Terre vieles von dem, was Italien für mich ausmacht: Meer und Berge, malerische Dörfer, Dolce Vita und Essen vom Feinsten.

Cinque Terre – Wie hinkommen?

Die Cinque Terre sind recht simpel zu erreichen. Am einfachsten ist es, nach Genua oder La Spezia zu fliegen. Von beiden Städten aus ist man mit dem Zug in weniger als zwei Stunden vor Ort. Alternativ kann man natürlich auch mit dem Mietwagen anreisen, doch dieser ist in den meisten Dörfern nicht gerade einfach abzuparken. Zudem muss man mit dem Wagen oft kilometerweite Umwege fahren, da die Straßen zunächst in die Berge hoch und dann wieder runter zur Küste führen.

Cinque Terre erwandern – die einzelnen Dörfer (Von Norden nach Süden)

Cinque Terre Karte (Quelle - Rick Steve's Italy)

Cinque Terre Karte (Quelle: Rick Steve’s Italy)

Monterosso

Monterosso ist der touristischste Ort der Cinque Terre. Hier landen auch große Ausflugsschiffe an, sodass es gerade nachmittags oft sehr voll wird.

Die Altstadt von Monterosso ist, wie in allen Dörfern der Cinque Terre, durchaus sehenswert. Und die vielen Besucher haben zur Folge, dass die Auswahl an Restaurants hier größer ist als in den anderen Dörfern. Mein Tipp, wie so oft: Einfach herumschlendern und sich in den kleinen Gassen Monterossos verlieren. Hier ein Eis, dort ein Blick in eine der vielen Kirchen, und zwischendurch noch ein Rotwein mit Blick aufs Meer: Cinque Terre – wandern für Genießer!

Nicht zuletzt verfügt Monterosso über den größten Sandstrand der Cinque Terre, der jedoch für meinen Geschmack etwas zu sehr erschlossen ist. Doch gerade wenn man Monterosso nach einer beschwerlichen Wanderung von Vernazza aus erreicht hat, ist ein Bad in der frischen Adria wirklich wohltuend. Mehr zu den einzelnen Wanderwegen später.

Vernazza

Für mich persönlich ist Vernazza mit Abstand das malerischste Dorf der Cinque Terre. Es bietet unzählige hübsche Eckchen und durch die Lage am Hang fantastische Ausblicke.

Abends, wenn die Touristenhorden wieder weg sind, wird es besonders gemütlich hier. Zum Sonnenuntergang sollte man sich zu den Einheimischen gesellen, die in der Ananasso Bar im Hafen miteinander plaudern, Musik hören und dazu Aperol Spritz trinken. La dolce vita!

Danach geht es dann zum Dinner. Hierfür kann ich sehr das Gambero Rosso auf der anderen Seite des Hafens empfehlen, wo man allerdings besser schon morgens einen Tisch reservieren sollte. Wirklich fantastisch war hier die sechsteilige Vorspeisenplatte mit Meeresfrüchten (€ 20). Besonders die Zitronen-Anchovis waren dermaßen lecker, dass ich mich am liebsten hineingelegt hätte!

Vernazza verfügt über einen ganz passablen Strand, der vor allem auch nicht so überlaufen ist wie in Monterosso. Eigentlich existiert noch ein zweiter Strand, den man durch eine Höhle im Fels erreicht, doch dieser ist bis auf weiteres gesperrt seit dem verheerenden Hochwasser mit Schlammlawinen vor ein paar Jahren.

Vernazza zeichnet sich aus durch sehr schmale Gassen, die zum Teil recht steil bergauf führen, und eigentlich jedes Mal mit einem wahnsinnigen Ausblick belohnen:

Bei der Buchung eines Zimmers sollte man vorsichtig sein, denn viele Unterkünfte sind zwar mit der Adresse ‚Vernazza‘ angegeben, liegen in der Realität jedoch kilometerweit entfernt in den Bergen. Kommt man, wie ich, abends an, hat man im Grunde keine Chance mehr, dorthin zu gelangen.

Mein Tipp: Nichts vorher buchen, auch wenn das überall so empfohlen wird. Einfach in Vernazaa selbst Leute anquatschen, oder die Augen nach dem Schild ‚Camere‘ (Zimmer) offenhalten. Ich selbst habe dann schließlich sehr schön gewohnt bei der freundlichen Wienerin Maria, die ein urgemütliches Gästezimmer am Hang vermietet. Mit 60 Euro pro Nacht ohne Frühstück ist das nicht ganz günstig, aber noch besser kommt man in dieser touristischen Hochburg leider nicht davon. Da Maria keine Website hat, empfehle ich, sie einfach kurz anzurufen: 003338866996. Schönen Gruß von mir! ;-)

Wem das alles zu unsicher ist, dem empfehle ich immer wieder gerne Agoda, die besonders in der Nebensaison oft unschlagbare Angebote haben:


Gerade in Vernazza zeigt sich übrigens sehr deutlich, warum die Menschen in den Cinque Terre eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung haben. Forscher führen das auf das gute Essen, die soziale Einbindung der Alten sowie die vielen Treppenstufen zurück, die auch die Senioren noch Tag für Tag erklimmen müssen!

Corniglia

Das Tolle an den Cinque Terre ist ja, dass wirklich jedes der fünf Dörfer seinen eigenen, ganz speziellen Charme hat. Corniglia ist das Dorf ohne Wasserzugang. Dafür wurde es wahnsinnig hübsch direkt auf einen Felsen gebaut, sodass es für viele Fotografen als DER Favorit unter den Cinque Terre zählt.

Eine kleine Gasse führt durch das Dorf mit nur 300 Einwohnern bis hin zu einem tollen Aussichtspunkt. Doch auch die Gasse selbst ist schon sehenswert, denn neben vielen Bars und Restaurants finden sich hier auch Galerien und kleine Shops mit ungewöhnlichen Mitbringseln.

Corniglia ist zudem der beste Ort, um die Monorail zu begutachten, eine Kleinbahn, welche die Winzer nutzen, um Geräte, Dünger und Wein in die steilen Hänge zu befördern. Nördlich des Ortes kann man diese Bahn bestaunen.

Manarola

Auch Manarola kommt wieder mit seinem ganz eigenen Charme daher. Das Innere des Dorfes ist hübsch, aber tagsüber sehr überlaufen. Besonders charakteristisch für Manarola ist der Hafen mit seinen zahlreichen Badestellen und den charakteristischen Felsen, von denen aus die einheimische Jugend sich in die blaugrünen Fluten stürzt.

Riomaggiore

Riomaggiore, den größten Ort der Cinque Terre, fand ich am wenigsten beeindruckend, doch auch hier gibt es einige schöne Ecken. Sehr empfehlenswert ist es, sich auf der Flaniermeile eine Tüte mit frittierten Meeresfrüchten zu holen! Danach lässt sich auch die supersteile erste Passage des Wanderweges in Richtung Norden besser bewältigen. Mein Tipp hier: Nicht von den Schildern abhalten lassen, die besagen, dass man Manarola nicht zu Fuss erreichen kann. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und hier noch dazu ein wirklich schöner!

Wandern Cinque Terre: Prädikat wertvoll!

Das mit Abstand tollste, was man in den Cinque Terre unternehmen kann, ist eine Wanderung entlang der Küste. Interessanterweise verirrt sich nur ein Bruchteil der Touristen auf die wundervollen Pfade, die mit tollen Ausblicken belohnen. Zwischen Weinbergen, wilden Kräutern und Orangenbäumen wandert man die durchschnittlich zwei Stunden langen Passagen zwischen den einzelnen Dörfern. Das ausdauernde Zirpen der Grillen bildet den meditativen Soundtrack dazu.

In der Theorie muss man für alle Wanderwege ein Eintrittsgeld für den Nationalpark berappen. In der Praxis waren die Pförtnerhäuschen fast immer verrammelt, sodass die Wanderungen für mich zumeist kostenlos waren.

Leider sind aber nicht immer alle Wanderwege geöffnet. So gab es etwa zwischen Manarola und Corniglia im Juni 2016 keinen Wanderweg. Doch halb so wild: Die meiner Meinung nach schönsten Strecken gehen ohnehin von Vernazza aus, was natürlich besonders toll ist, wenn man auch dort wohnt. Vernazza-Monterosso ist etwas leichter zu wandern, daher aber auch voller. Vernazza-Corniglia ist ein steiler, teils anspruchsvoller Pfad mit wahnsinnigen Ausblicken und weniger Wanderern. Allgemein lässt sich sagen: Wer morgens und abends wandert, ist of allein auf weiter Flur. Zudem wird es um die Mittagszeit oft dermaßen heiss, dass man dann nicht unbedingt gerade einen steilen Pfad hochkraxeln sollte.

Für alle Wege, die man nicht wandern kann oder will, nimmt man einfach die Bahn. Etwa alle 30 Minuten geht ein Zug in beide Richtungen. Einziger Haken: Egal, ob man nun ein oder fünf Dörfer weit fährt, die Fahrt kostet immer 4 Euro. Gute Planung kann sich hier also lohnen. Ganz wichtig: Nicht vergessen, die Fahrkarte vor der Fahrt zu entwerten!

Wer viel unterwegs sein möchte, für den lohnt sich der Kauf der ‚Cinque Terre Treno‘-Karte, denn damit kann man so oft Zug fahren, wie man möchte, und hat auch gleich noch den Eintrittspreis für den Naturpark mit drin. Kosten: € 12 pro Tag.

Alternativ kann man sich übrigens auch per Boot von Dorf zu Dorf fortbewegen, doch das ist noch ein bißchen teurer.

Cinque Terre wandern – ich war ein großer Fan! Die hübschen Dörfchen könnten insgesamt etwas weniger besucht sein, aber die Ausblicke und das Essen entschädigen für alles!

Veröffentlicht von

Marco Buch ist Filmschaffender, Buchautor, Blogger, Weltreisender. Er ist ein neugieriger Mensch und viel unterwegs. Marco hat in über 130 unterschiedlichen Jobs gearbeitet und 70 Länder dieser Welt bereist. Er liebt es, Erfahrungen zu sammeln und später Anderen davon zu erzählen. Mit 'Life is a Trip' möchte er die Tradition der Lagerfeuergeschichten ins digitale Zeitalter hinüberretten. Marco nimmt sich selbst nicht so wahnsinnig ernst und denkt, die Welt könnte eine bessere sein, wenn andere diesem Beispiel folgen würden.

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Ich war im Juni da und hatte mit dem Schlimmsten gerechnet. Aber es ging gerade noch!
      Besonders eben in Vernazza, wo man nicht ganz so einfach hinkommt wie etwa nach Monterosso.
      Liebe Grüße,
      Marco

  1. Da kommen schöne Erinnerungen hoch…ich bin mit 2 Freundinnen vor ein paar Jahren von Süden nach Norden gewandert. Und in Vernazza ins Hafenbecken gesprungen, zur Abkühlung! Du hast Recht immer etwas abseits schauen: irgendwo auf dem Weg zwischen Manarola und Vernazza hatten wir auch etwas ausserhalb eines der Ort, die leckerste Pasta ever!

  2. Cinque Terre war auch mein persönliches Italien-Highlight als dort vor 3 Jahren als Austauschstudent war. Die Adria ist meiner Erfahrung nach aber auf der anderen Seite des Stiefels gelegen ;)

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